INTRAPRENEURSHIP – SO KOMMT GRÜNDERGEIST IN IHR UNTERNEHMEN UND IHRE MITARBEITER WERDEN ZU ENTRAPRENEUREN (ÜBERBLICK)

Dies ist der erste Teil einer Serie von Artikeln in dem Sie einen Überblick über die Bedeutung von Intrapreneurship erhalten. Sie erfahren was Intrapreneurship genau bedeutet, wie es funktioniert und was es für eine erfolgreiche Implementierung im Unternehmen braucht.

Unternehmen agieren immer mehr in einem wettbewerbsintensiven Umfeld. Ständig neue Trends wie beispielsweise die digitale Transformation, künstliche Intelligenz, Industrie 4.0 und viele andere sorgen für einen permanenten Druck nach Innovationen und Wachstum.

Dabei werden die Unternehmen mittlerweile auch von Startups angegriffen, welche durch ihre Spezialisierung und ihre Unternehmenskultur oftmals agiler und kundenorientierter sind und dadurch eine weitere Bedrohung darstellen.

Dennoch begegnen einige Unternehmen diesem Wandel kaum, da das Geschäft wohl derzeit noch gut läuft. Wie schnell sich dies jedoch ändern kann, hat die Corona-Krise gezeigt: Innerhalb von wenigen Wochen sind ganze Businessmodelle fast vollständig zum Erliegen gekommen oder mussten unter ganz neuen Bedingungen weiterbetrieben werden (z. B. aus dem Homeoffice).

Ein weiterer Trend, auf den Unternehmen eine Antwort finden müssen, ist der Wunsch der Mitarbeiter nach einer Arbeitswelt, welche hierarchiefreier, transparenter und auch ein Stück demokratischer ist. Sinn erfüllende Arbeit, Verantwortung, Entscheidungskompetenzen, etwas Neues aufbauen – die- se Punkte stehen heutzutage in vielen Mitarbeiterbefragungen ganz oben auf der Liste. Die Arbeitgeber, die hier nicht punkten können, werden in der Zukunft Schwierigkeiten haben, den War for Talents für sich zu entscheiden.

Wie kann es gelingen, diesen unterschiedlichen Herausforderungen zu begegnen und dabei die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern?

DAS ZAUBERWORT LAUTET „INTRAPRENEURSHIP“

Bei „Intrapreneurship“ handelt es sich um einen einfachen, aber wirkungs- vollen Ansatz zur Beschleunigung von Innovationen und die gleichzeitige Förderung und Entwicklung von Mitarbeitern und deren unternehmerischen Fähigkeiten.

Der Begriff „Intrapreneurship“ ist im deutschsprachigen Raum nur wenig bekannt. Häufiger spricht man vom „Unternehmertum im Unternehmen“ und meint damit die Möglichkeit, dass die Mitarbeiter mehr unternehmerisch denken und handeln sollen. Oft wird darüber auch in Veranstaltungen gesprochen und an die Mitarbeiter appelliert, sich unternehmerisch zu engagieren.

Allerdings fehlen häufig weitere Erläuterungen, was damit genau gemeint ist, wie sich die Mitarbeiter verhalten sollen oder welche konkreten Maß- nahmen seitens des Unternehmens bereitgestellt werden, um derartiges Handeln zu unterstützen.

Das Wort „Intrapreneurship“ ist eine Komposition aus den englischen Begriffen „Entrepreneurship“ („Gründertum“) und „Intracorporate“ (also „unternehmensintern“).

Unter „Entrepreneurship“ versteht man generell alles, was mit Unternehmertum zu tun hat. Der „Entrepreneur“ ist dabei der klassische Unternehmer, der sich mit der Gründung eines Unternehmens für die eigenverantwortliche Umsetzung einer Idee entschieden hat. Dabei trägt er das Risiko des Scheiterns und muss sich unter anderem auch um die Finanzierung kümmern.

„Intracorporate“ meint alle Aktivitäten, die innerhalb eines Unternehmens organisiert sind und durchgeführt werden. Es gibt eine hierarchische Unternehmensorganisation, die dafür sorgt, dass alle Unternehmensabläufe harmonisch miteinander interagieren.

„Intrapreneurship“ bedeutet, dass Mitarbeiter als Angestellte in einem Unternehmen so agieren können, als wären sie selbst Unternehmer. Sie arbeiten eigenverantwortlich, kreativ und teamorientiert, sind gut vernetzt und ihr Handeln zielt darauf ab, einen nachhaltigen Unternehmenserfolg durch die Entwicklung von neuen Produkten, Prozessen, Services etc. zu erzielen.

„Intrapreneure“ stellen somit einen wichtigen Schlüssel zur zukunftsorientierten Weiterentwicklung von Innovationen und schließlich auch zum Erfolg des Unternehmens, in dem sie angestellt sind, dar.

Ein oft zitiertes Beispiel für „Intrapreneurship“ ist Tony Fadell, der mit seinem eigenen Unternehmen, also als „Entrepreneur“, scheiterte, als Mitarbeiter bei Apple dann aber mit seiner Idee erfolgreich war: Er erfand den iPod und schaffte die Grundlagen für den Streamingdienst iTunes; damit sorgte er für eine „Disruption“ (Umbruch) in der Musikwirtschaft.

Frage an Sie: Wie wichtig sind in Ihrem Unternehmen innovative Ideen der Mitarbeiter und wie werden diese gefördert und weiterentwickelt?

EVOLUTIONÄRE UND REVOLUTIONÄRE INNOVATION

Schon lange gibt es in Unternehmen evolutionäre Innovationsprogramme, die darauf abzielen, Produkte zu verbessern, Arbeitsprozesse zu optimie ren oder die Sicherheit am Arbeitsplatz zu erhöhen. Man kennt diese unter dem Begriff des betrieblichen Vorschlagswesens. Für Vorschläge, die um- gesetzt werden, gibt es Geld- oder Sachprämien. Ziel dieser und anderer Programme, wie etwa dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess, ist es, die Qualität der eingeführten Produkte zu erhöhen, bestehende Prozesse zu verschlanken und/oder kostengünstiger zu machen. Derartige Innova tionen sind nahe an bestehenden Produkten, Services und Prozessen und damit an allem, was das Unternehmen bereits macht. Wenn beispielsweise ein Spirituosenhersteller während der Corona-Krise beginnt, Desinfektions- mittel herzustellen, wäre dies eine Innovation, welche nahe am bestehen den Produkt ist.

Bei revolutionären Innovationen geht es nicht um Innovationen, die den nächsten Schritt oder eine Prozesserweiterung am Bestehenden verbessern, sondern um komplett neue Geschäftsmodelle, die zusätzlich zu den bestehenden Geschäftsfeldern entwickelt werden. Hier geht es um radikal neue Produktinnovationen (z. B. ein Autohersteller entschließt sich, während der Corona-Krise Atemgeräte zu produzieren) oder disruptive Geschäftsmodelle, welche entwickelt werden, um neues Wachstum zu ermöglichen.

Evolutionäre und revolutionäre Innovationen sind wichtig für ein Unter- nehmen. Grundsätzlich sorgen beide Arten dafür, das Wachstum entsteht, Kosten gespart und Gewinne gesteigert werden.

Um insbesondere im Zeitalter der Digitalisierung neue Wachstumsquellen durch Innovationen erschließen zu können, reichen allerdings evolutionäre Innovationen in vielen Fällen nicht mehr aus, da der klassische Weg, Kundenprobleme zu erfassen und Lösungen zu etablieren, zu lange dauert und auch sehr kostspielig oder riskant sein kann.

Selbst Zeitbegriffe können hier zwischen klassischen Unternehmen und Startups abweichen: Im Konzern bedeutet „schnell“ oftmals ein Zeitraum von sechs Wochen; in einem Startup bedeutet es morgen.

Frage an Sie: An wen können sich Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen wenden, wenn diese eine innovative, evolutionäre oder revolutionäre Idee haben?

Zum Weiterlesen:

Teil 1: Intrapreneurship – So gelingt Innovation aus dem eigenen Unternehmen heraus

Teil 2: So denken und arbeiten Intrapreneure

Teil 3: Erfolgsfaktoren für erfolgreiches Intrapreneurship in ihrem Unternehmen

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